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07.07.2020

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Wohnmobil als Firmenwagen wird besonders kritisch beäugt

Ein Wohnmobil kostet viel Geld. Ist es da nicht verführerisch, es zum Betriebsvermögen zu deklarieren? Genau dies tat ein Unternehmer, der Produk­tionsanlagen verkauft.

Sein Argument war: „Mit dem Wohnmobil kann ich schneller bei den Kunden vor Ort sein und dort kostenintensive Hotelaufenthalte vermeiden.”

Aber sein Fahrtenbuch war mangelhaft: Der Mann führte ein elektronisches Fahrtenbuch, das aber den Anforderungen der Finanzverwaltung nicht genügte. Erstens einmal stimmte es inhaltlich nicht und darüber hinaus war es nicht unveränderlich - wie es bei elektronischen Fahrtenbüchern gefordert wird. Die Datenexporte waren im Grunde nur eine Excel Tabelle, und genauso veränderbar. Das Finanzgericht wandte daher stattdessen die Ein-Prozent-Regel an.

Extra-Pech für den Unternehmer: Der Investitionsabzugsbetrag wurde ihm auch gestrichen, weil dieser voraussetzt, dass man per Fahrtenbuch eine über 90prozentige betriebliche Nutzung nachweist. (FG Münster, 18.02.20, 6 K 46/17 EG, Beck RS 2020, 11082)

Kann ein Wohnmobil generell nicht im Betriebsvermögen sein? Doch, durchaus. Sie sollten allerdings plausibel darlegen können, dass Sie es zu mindestens zehn Prozent betrieblich nutzen. Bei zehn bis 50 Prozent betrieblicher Nutzung können Sie zehn bis 50 Prozent der Kosten absetzen (ohne Ein-Prozent-Regelung), ab 51 Prozent betrieblicher Nutzung können Sie
100 Prozent absetzen – dann aber mit Ein-Prozent-Regel. Vorteil bei nachträglichen Ausbauten: Wenn diese nach der Erstzulassung erfolgten, zählen sie bei der Bemessungsgrundlage der Ein-Prozent-Regelung nicht mit.


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