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10.06.2020

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Aus der Redaktions-Hotline: Schreibservice und Scheinselbstständigkeit

E-Mail von Benjamin B. aus Bad Staffelstein an die Redaktions-Hotline: „Wir suchen eine Sekretärin für zwei Tage pro Woche. Nun hat sich eine sehr fähige Frau beworben, die noch zwei Tage in einer anderen Firma arbeitet. Sie hat ein Gewerbe als Schreibservice angemeldet und rechnet dort per Rechnung ab. Bei uns will sie das auch machen. Wenn sie noch einen zweiten Auftraggeber hat, kann ja eigentlich nichts passieren in Sachen Scheinselbstständigkeit, oder?“

IZW antwortet: Da kann leider durchaus noch etwas passieren. Dass die Dame noch einen anderen Auftraggeber hat, ist zwar nicht schlecht, reicht aber nicht aus. Es entscheidet „das Gesamtbild der Verhältnisse“. Wenn die Dame bei Ihnen im Betrieb eine Telefondurchwahl hat, eine eigene E-Mail-Adresse, Ihre Anweisungen entgegennimmt und feste Arbeitszeiten beachten muss, dann ist sie wie ein Zahnrädchen in Ihren Betrieb eingegliedert und damit eine Arbeitnehmerin. Dass sie ein Gewerbe angemeldet hat, nützt Ihnen dann auch nichts mehr.

Wenn Sie sicher gehen wollen: machen Sie ein Status-Anfrageverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung Bund. Vom Zeitpunkt des Beginns des Auftragsverhältnisses bis zum Eintreffen der (mit hoher wahrscheinlich ablehnenden) Auskunft der Rentenversicherung ist die Dame in jedem Fall selbstständig (§ 7a Abs. 6 Satz 1 SGB IV). Dass der Bescheid jedoch negativ ausfallen wird, können wir Ihnen schon voraussagen.


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