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04.06.2020

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Senkung der Mehrwertsteuer wird Bürokratiemonster für die Unternehen

Die Mehrwertsteuer soll nun, wie am 3. Juni von der Regierung beschlossen, im Zeitraum Juli bis Dezember 2020 von 19 bzw. sieben Prozent auf 16 bzw. fünf Prozent gesenkt werden.Dies kann sicherlich dazu beitragen Endverbraucher ein wenig zu entlasten.

Allerdings werden Sie als Unternehmer nun mit einem Bürokratiemonster konfrontiert. Letztendlich müssen Sie nun innerhalb von nur vier Wochen alle Kassen- und Softwaresysteme umprogrammieren, damit Sie im zweiten Halbjahr Rechnungen mit 16 Prozent Mehrwertsteuer ausstellen können.

Komplizierte Abgrenzungsfragen tauchen auf. Zum Beispiel im Zusammenhang mit Gutscheinen, die schon vorher verkauft wurden, Anzahlungsrechnungen oder mit Mietzahlungen oder Leasingraten, die gemischt den 19- und den 16prozentigen Zeitraum betreffen.  Im Januar 2021 sollen Sie dann alles wieder zurück ändern.

Helfen kann nur eine Vereinfachungsregelung, nach der es im B2B-Bereich nicht beanstandet wird, wenn der Einfachheit halber auch im zweiten Halbjahr 2020 mit 19 Prozent Mehrwertsteuer abgerechnet und dem Leistungsempfänger auch der Vorsteuerabzug in dieser Höhe zugestanden wird.

Beispiel: Unternehmen A liefert an Unternehmen B im Juli 2020 etwas für 1.000 Euro plus Mehrwertsteuer. Hier sollte auf freiwilliger Basis weiter mit 19 Prozent abgerechnet werden können. Das Unternehmen B muss dann natürlich auch 19 Prozent Vorsteuerabzug bekommen. Dadurch entstünden dem Staat keine Mehrkosten, für die Unternehmen wäre es eine enorme Entlastung.

Wenn solch eine Vereinfachung nicht kommt, müssten darüber hinaus unzählige gewerbliche Mietverträge und Leasingverträge geändert werden – und das alles für nur 6 Monate.

Dadurch würde die Mehrwertsteuersenkung nicht zu der angestrebten Entlastung bei den Unternehmen führen, sondern zu einer massiven Mehrbelastung durch unnütze Bürokratie.


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