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23.04.2020

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Aus der Redaktions-Hotline: Lieferwagen und Ein-Prozent-Regelung

E-Mail von Theo R. aus Stuttgart an die Redaktions-Hotline: „Ich habe mir einen Mercedes Van V 250 gekauft. Er hat hinten zwar Fenster und Sitze, aber die Sitze habe ich herausgenommen, weil ich mit diesem Auto nur Werkzeug, Material und Waren transportiere. Ich möchte keinen geldwerten Vorteil nach der Ein-Prozent-Regelung versteuern. Ein Fahrtenbuch möchte ich aber auch nicht führen. Haben Sie einen Tipp? Ich habe übrigens privat noch drei andere Autos.“

IZW antwortet: Bei Fahrzeugen, die zur privaten Nutzung ungeeignet sind, muss keine Ein-Prozent-Regelung versteuert werden (H 8.1 Absatz 9-10 LStH 2016). Wenn Sie freilich die Sitze jederzeit wieder einsetzen könnten und hinten Fenster sind, können Sie sich auf diese Regelung wohl nicht berufen.

Die Rettung könnte in Ihren weiteren Privat-Fahrzeugen bestehen. Denn da gibt es noch eine andere Regelung: Die Nutzung eines Dienst-Kfz zu privaten Zwecken kann nicht unterstellt werden, wenn der Unternehmer privat noch Fahrzeuge hat, die „in Status und Gebrauchswert gleichwertig“ sind (BFH, 04.12.12, VIII R 42/09). Diese Frage müssten Sie nun beantworten: Sind diese anderen Autos „in Status und Gebrauchswert“ gleichwertig? Wenn ja, dann hätten Sie gute Chancen bei einer Diskussion mit dem Finanzamt
– vor allem in Verbindung mit dem Hinweis, dass der Mercedes-Van nicht zur Privatnutzung geeignet ist, weil Sie die Sitze hinten ausgebaut haben.


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