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19.03.2020

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Sind Sie direkt oder indirekt geschädigt vom Coronavirus?

Ihr Mitarbeiter ist selbst an Corona erkrankt? Dann gelten die gleichen Folgen wie bei anderen Erkrankungen auch.

Sie zahlen maximal sechs Wochen den Lohn weiter und können, wenn Sie die Anforderungen erfüllen - maximal 30 Mitarbeiter -, Ihre Kosten teilweise über das Aufwandsausgleichsgesetz (Umlage U1) von der Krankenkasse des betroffenen Mitarbeiters ersetzt bekommen.

Die Gesundheitsbehörde schließt Ihren Betrieb: Ein Mitarbeiter ist infiziert und die Gesundheitsbehörde schließt daraufhin Ihren Betrieb, um Ansteckungen von Kunden oder Kollegen zu vermeiden? Daraufhin können auch gesunde Mitarbeiter nicht mehr zur Arbeit kommen. Diesen müssen Sie trotzdem bis zu sechs Wochen den Lohn weiterzahlen. Die zuständige Gesundheitsbehörde Ihres Bundeslandes ersetzt Ihnen dafür nach § 56 Infektionsschutzgesetz die Kosten.

Der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen hat darauf
hingewiesen, dass hierzu unverändert das Protokoll einer Besprechung vom 13. Oktober 2009 gilt.

Kostenloser IZW-Leserservice: Sie können sich dieses Merkblatt hier herunterladen.

Darin finden Sie zahlreiche weitere Details zu Betriebsschließungen nach Infektionsschutzgesetz.

Die Regierung ordnet die Schließung von Läden und Gastronomie-Betrieben an:
Wenn Sie zum Beispiel ein Hotel oder ein Ladengeschäft mit „nicht lebensnotwendigen Artikeln“ betreiben, ist in zahlreichen Bundesländern seit Mitte März die Schließung angeordnet worden. Das ist keine konkrete Maßnahme nach dem Infektionsschutzgesetz gegen Ihren Betrieb. Auch in diesem Fall müssen Sie die Mitarbeiter weiter bezahlen, bekommen aber KEINEN Ersatz nach dem Infektionsschutzgesetz.

Ordnen Sie Urlaub und den Abbau von Überstunden an: Ordnen Sie in so einem Fall zunächst Urlaub an, bzw. den Abbau von Überstunden. An­schließend müssen Sie sich überlegen, ob Sie Mitarbeiter entlassen oder Kurzarbeit anmelden. Dann zahlen Sie nur noch einen Teil des Gehalts und der Rest wird teilweise aufgefüllt durch Kurzarbeitergeld.

Liquiditätshilfen und Bürgschaften: Die Politik hat betroffenen Betrieben schnelle und unbürokratische Hilfe angekündigt. Wie das konkret aussieht, erfahren Sie aktuell beim Bundeswirtschaftsministerium: www.bmwi.de. Die Förderhotline des Bundeswirtschaftministeriums: 030/18615 1515. Eine Hotline für gewerbliche Kredite gibt es bei der KFW: 0800/5399001.

Beantragen Sie die Herabsetzung von Steuervorauszahlungen: Falls Sie dieses Jahr keinen Gewinn mehr machen werden, bzw. deutlich weniger als vom Finanzamt unterstellt, dann melden Sie das ans Finanzamt und beantragen die Herabsetzung der Steuervorauszahlungen.

Sie sollten dann schon ein paar Zahlen angeben: Ihre Umsatzerwartung, den Wareneinkauf, Ihre Personalkosten und sonstigen Kosten, und dann unter dem Strich Gewinn oder Verlust. Einfach zu sagen: „Ich will dieses Jahr keine Vorauszahlungen leisten“, das wird dem Finanzamt nicht reichen.

Darüber hinaus: Beantragen Sie auch, dass Ihnen die Vorauszahlungen fürs erste Quartal 2020, die bereits am 15. Februar (Gewerbesteuer) bzw. am
10. März (Einkommensteuer, Körperschaftsteuer) abgebucht wurden, wieder zurückerstattet werden. Üblicherweise machen das die Finanzämter eigentlich nicht, aber vielleicht weht im Moment ein anderer Wind.

Und beantragen Sie schließlich eine Stundung: Müssen Sie noch Abschluss­zahlungen leisten, zum Beispiel für 2018? Dann beantragen Sie deren Stundung! Eine solche Stundung soll angeblich unbürokratisch und ohne Zinsen gewährt werden.


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