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12.12.2019

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Wann beim gewerblichen Grundstückshandel Gefahr droht

Wer mehr als drei Objekte innerhalb von fünf Jahren nach dem Kauf verkauft, wird vom Finanzamt zum gewerb­lichen Grundstückshändler erklärt. Bei einer Besitzdauer von fünf bis zehn Jahren gibt es eine Grauzone. Objekte, die man schon über zehn Jahre hat, sind definitiv draußen.

Doch Vorsicht: Wenn Sie durch Aufteilung in Eigentumswohnungen und eine Generalrenovierung ein „Wirtschaftsgut anderer Marktgängigkeit“ schaffen, kann auch bei längerer Besitzdauer ein gewerblicher Grundstückshandel angenommen werden. (BFH, 23.08.17, X R 7/15, DStR 18, 180)

Beispiel: A hat im Jahr 2001 ein Mehrfamilienhaus mit 20 Wohnungen günstig gekauft (ein Grundbuchblatt). Im Jahr 2019 führt er eine Luxussanierung durch und teilt das Objekt auf 20 einzelne Wohnungen. Mit Beginn der Generalrenovierung entsteht ein gewerblicher Grundstückshandel. Entwarnung: Die Einlage in das Betriebsvermögen erfolgt zum Marktwert 2019. Es kommt also wenigstens nicht zu einer Nachversteuerung der Wertsteigerung von 2000 bis 2019.

Was ist zu tun?
Denken Sie einfach an diese Gefahr, wenn Sie eine grundlegende Renovierung beginnen. Bei cleverer Gestaltung können Sie sogar noch ein Steuersparmodell daraus machen, indem Sie sich zwischen dem Beginn der Renovierung und dem Verkauf ein oder zwei Jahre Zeit lassen und es durch geschickte Gutachten und Überredungskünste schaffen, das Finanzamt von einem überhöhten Einlagewert zu überzeugen. Wenn dieser bestandskräftig festgestellt ist, können Sie am Ende sogar noch einen gewerblichen Verlust erreichen.


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