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30.10.2019

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Den Preis bei einer eBay-Auktion selber hochtreiben?

Wenn man ein Auto bei eBay verkaufen möchte und den Startpreis relativ hoch ansetzt, kostet das höhere Gebühren und wirkt für Bieter nicht so interessant. Wenn man aber bei einem Euro Startpreis anfängt, besteht die Gefahr, dass nur ein einziger Interessent bietet und ein 20.000-Euro-Auto für einen Euro ersteigert.

Deswegen bieten manche selbst – unzulässigerweise! - mit einem Zweitkonto mit oder lassen einen Freund mitbieten. Beides führt dazu, dass diese unzulässigen Gebote gestrichen werden. Der Kaufinteressent hat dann Anspruch auf den Kauf des Autos zu seinem ursprünglichen Gebot, das Bestand gehabt hätte, wenn niemand mit einem Zweitkonto mitgeboten hätte.

Fall 1 – Golf VI für 1,50 Euro: Hier hatte der Verkäufer selbst den Preis unzulässig mit einem Zweitkonto hochgetrieben auf 17.000 Euro. Das kam heraus, und so wurde dieses Gebot gestrichen. Und siehe da: Es stellte sich heraus, dass das erste Gebot von 1,50 Euro ausgereicht hätte, weil es sonst gar keine Mitbieter gab. Da der Golf inzwischen schon verkauft war, erhielt der Käufer stattdessen 16.500 Euro Schadensersatz. (BGH, VIII ZR 100/15)

Fall 2 - Dreier-BMW für 2.000 statt 7.000 Euro:
Hier bot ein Freund des Verkäufers zum Schein mit. Auch das ist unzulässig. Das trieb den Preis auf 7.000 Euro hoch. Das letzte echte Gebot war 2.000 Euro. Urteil (auch hier war das Auto bereits weg): 5.000 Euro Schadensersatz für den Bieter statt des Autos. (OLG München, 20 U 749/18)


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