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01.10.2019

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Vergleichen Sie einmal Ihre Zahlen mit den neuesten Richtsätzen

Die Betriebsprüfer sammeln übers Jahr hinweg fleißig statistische Zahlen der geprüften Betriebe. Das geht dann alles in eine amtliche Richtsatzsammlung ein. Die neueste Fassung ist die Sammlung 2018, die Sie bei Interesse hier kostenlos herunterladen können.

Wozu dienen diese Richtsätze? Der Finanzbeamte kann dann gleich einmal im Amt überprüfen, ob Ihr Betrieb extrem darüber liegt - das könnte ein Hinweis auf Geldwäsche sein, was das Finanzamt in aller Regel aber nicht interessiert - oder ob Ihre GmbH zu niedrig liegt, was auf verschwiegene Umsätze hindeuten könnte. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Finanzamts-Software in Zeiten der E-Bilanz auffällige Betriebe automatisch auswirft.

Diese Begriffe sind wichtig: Der Rohgewinn I (betriebswirtschaftlich eher als Rohertrag bezeichnet), ist die Marge, also der Umsatz nach Abzug vom Wareneinkauf. Rohgewinn II ist der Rohgewinn I abzüglich von Löhnen. Am Schluss gibt es noch den Reingewinn, das ist der Rohgewinn II abzüglich aller Kosten (Miete, Energie, Kfz, Beratung, Werbung usw.).

Beispiel: Die Richtsätze für Hotels, Gasthöfe und Pensionen mit Halb- und Vollpension mit über 500.000 Euro Umsatz lauten: Rohgewinn I = 83 Prozent (Schwankungsbreite von 72 bis 94 Prozent), Rohgewinn II ist hier nicht in der Sammlung angegeben und Reingewinn ist 15 Prozent (Schwankungsbreite von sechs bis 27 Prozent).

X betreibt ein Hotel mit einer Million Euro Umsatz. Sein Rohgewinn I beträgt  700.000 Euro, der Reingewinn ist 80.000 Euro. Sein Rohgewinn I (70 Prozent) liegt unterhalb des unteren Mindestwerts von 72 Prozent, der Reingewinn von acht Prozent gerade noch so oberhalb des Mindestsatzes von sechs Prozent. X muss damit rechnen, dass früher oder später einmal ein Betriebs­prüfer zu ihm kommt.

Was Sie tun sollten: Laden Sie sich die Richtsatzsammlung herunter und vergleichen Sie die amtlichen Mittelwerte mit Ihren Werten. Oder bitten Sie Ihren Steuerberater, das zu tun. Liegen Sie außerhalb der Schwankungsbreiten, sollten Sie sich überlegen, woran das liegen könnte. Wenn dann noch Ihre Steuerbescheide „unter Vorbehalt der Nachprüfung nach § 164 AO“ ergehen, wird die nächste Prüfung nicht mehr lange auf sich warten lassen.


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