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17.05.2019

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Aus der Redaktions-Hotline: Mitarbeiter mit Rücken-OP

E-Mail von Max P. aus Neu-Ulm an die Redaktions-Hotline: „Ein Mitarbeiter von mir hat Rückenprobleme und geht zu einem speziellen Fitnessstudio (80 Euro im Monat), das sich auf Rückentraining konzentriert hat. Ich möchte ihm gerne helfen, natürlich auch, weil ich nicht will, dass er sich krankmeldet. Was gibt es da für Möglichkeiten?”

IZW antwortet: Es gibt drei verschiedene Varianten:

  1. Sie nutzen die Sachbezugsfreigrenze: Sie zahlen also 44 Euro vom Fit­nessstudio dazu, den Rest muss der Mitarbeiter selber zahlen. Von der technischen Umsetzung her ist das ein bisschen schwierig, denn das Fit­nessstudio wird wahrscheinlich nur einen Bankeinzug pro Monat machen wollen. Sie können also bei sich abbuchen lassen und dem Mitarbeiter 36 Euro vom Lohn abziehen. Oder Sie überweisen ihm 44 Euro mit der Verpflichtung, dass er das 1:1 weiterleiten muss an das Fitnessstudio.
  2. Steuerfreie Gesundheitsleistungen für 500 Euro pro Jahr: Diese scheiden aus, weil das Studio dafür ein Zertifikat der Krankenkasse bräuchte. Dieses Zertifikat gibt es aber nur für spezielle Kurse und nicht generell fürs Fitnessstudio – auch wenn dieses speziell mit Rückentraining wirbt.
  3. Physiotherapeut: Sie können Ihren Mitarbeiter regelmäßig zu einem Physiotherapeuten schicken, der dann auf die Rechnung etwas mit Bezug zur Bildschirmarbeit schreibt, zum Beispiel: „Spezielle Physiotherapie zur Korrektur und Linderung von Büro-Arbeitsplatz-bedingten Haltungsschäden“. Dann gilt das Ganze als „im überwiegenden betrieblichen Interesse“ und bleibt lohnsteuerfrei. Es bleibt allerdings das Risiko, dass der nächste Lohnsteuerprüfer das anders sieht und die Rechnung des Therapeuten als Gefälligkeitsrechnung abtut. Eine ärztliche Verordnung könnte natürlich bei der Argumentation helfen.



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