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18.04.2016

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Diese üblen „Tricks“ wenden Betriebsprüfer gerne an

Angeblich zu schnelle Abschreibung von Anlagevermögen: Hier wird behauptet, Sie hätten die Abschreibungsdauer zu kurz gewählt. Gegen­strategie: Erklären Sie, warum in Ihrem Fall das betreffende Wirtschaftsgut kürzer genutzt wird, als es die amtlichen Abschreibungstabellen vorsehen (z. B. überdurchschnittliche Beanspruchung).

Sofort abzugsfähige Reparaturen werden vom Prüfer zu Anlagevermögen umgewandelt: Der Betriebsprüfer behauptet, Ihre neuen Toiletten,  Türen, Fenster usw. seien keine Reparatur gewesen, sondern Sie hätten etwas neu geschaffen.

Gegenstrategie:
Beweisen Sie, dass alles vorher schon da war, und es sich damit um sofort abziehbare Erhaltungsaufwendungen handelt.

Der Prüfer setzt bei Mietereinbauten eine zu lange Abschreibungsdauer an: Ein Betrieb lässt in eine gepachtete Halle neue Rolltore für insgesamt 20.000 Euro einbauen. Der Prüfer geht von einer Abschreibungsdauer von 17 Jahren aus, obwohl der Betrieb gar nicht Eigentümer der Halle ist.

Gegenstrategie: Falls Sie in eine gemietete Halle oder ein gemietetes Gebäude investiert haben, schreiben Sie nicht auf die gewöhnliche Nutzungsdauer ab, sondern auf die Laufzeit des Mietvertrags. Wenn dieser nur noch fünf Jahre läuft, schreiben Sie eben auf fünf Jahre ab. Vergessen Sie auch eine etwaige Rückstellung für Rückbauverpflichtung nicht. Diese berücksichtigt den Aufwand, den Sie haben werden, um die gemietete Immobilie bei Miet­ende in den ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen.

Unzulässige Zuschläge bei der Bewertung von Rohstoff- und Umlauf­vermögen: Es gibt Zuschläge, bei denen ein Wahlrecht besteht wie zum Beispiel Verwaltungsgemeinkosten. Der Prüfer will sie dennoch zu diesen Zuschlägen zwingen, um zu einem höheren Gewinn zu kommen.

Verhandlungstipp bei Waren und Rohstoffen: Falls Sie auch im Jahr nach dem Prüfungsende Gewinn gemacht haben, könnten Sie dem Prüfer diesen Triumph lassen, um ihn dafür an anderer Stelle zum Nachgeben zu bringen. Denn ein 100.000 Euro höherer Schlussbestand im letzten Prüfungsjahr bedeutet automatisch 100.000 Euro weniger Gewinn im Folgejahr. Die Steuer­rückzahlung nach der Prüfung ist dem Prüfer egal, weil dieses Folgejahr nicht mehr zu seinem Prüfungszeitraum gehört.


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