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05.10.2010

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Abzugsfähige Handwerkerleistungen nach 2011 schieben?

Folgende Situation kommt gerade gegen Jahresende häufiger vor: Ein Privatkunde hat seine Höchstbeträge für abzugsfähige Handwerkerleistungen schon ausgeschöpft, will aber noch etwas in 2010 erledigt haben. Ideen, wie man das „unsauber“ lösen kann, gibt es sicher viele, aber wir wollen einmal sehen, wie es ganz korrekt geht.

Zur Erinnerung die Höchstgrenzen: Haushaltsnahe Dienstleistungen maximal 20.000 Euro (hiervon 20 % Abzug = 4.000 Euro), Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen am Eigenheim maximal 6.000 Euro (hiervon 20 % Abzug = 1.200 Euro).

Der Grundsatz lautet: Handwerkerleistungen sind im Jahr der Zahlung abzugsfähig (BMF. 15.02.10, BStBl. I 10, 140 Rz. 40). Das ist also schon einmal der erste Ansatz: Der Kunde zahlt eben erst 2011. Klar, dass Sie hier ein Risiko haben. Also ist das eher für Stammkunden anzuwenden. Die Rechnung können Sie 2010 oder 2011 stellen - das ist egal. In der Praxis kann es im Finanzamt zu Verwirrung kommen, wenn Ihr Kunde mit der 2011er-Steuererklärung eine 2010er-Rechnung einreicht. Gleich ein Rechnungsdatum 2011 wäre unter diesem Gesichtspunkt besser.

Was ist mit Anzahlungen? Angenommen, die Leistung kostet 1.000 Euro. Sie kassieren 2010 schon mal 900 Euro in bar und schreiben in 2011 die Rechnung über die restlichen 100 Euro oder über den Gesamtbetrag von 1.000 Euro. Das nützt leider nichts. Denn Baranzahlungen werden nicht anerkannt (BMF Rz 46), so dass nur 100 Euro in 2011 abzugsfähig sind.

Eine Sicherheitsleistung kassieren? 900 Euro in bar noch in 2010 kassieren und in 2010 oder 2011 zurückgeben und sich dann die vollen 1.000 Euro in 2011 überweisen lassen ? Das ist eine nicht anzuerkennende Zahlung in 2010 von 900 Euro, und nur 100 Euro können in 2011 anerkannt werden. (BMF Rz 46)


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