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02.12.2021

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Weihnachtsfeier: „Clevere“ Internet-Tricks, die nicht funktionieren - und Tipps, die funktionieren

Bezüglich der Weihnachtsfeier gibt es etliche „clevere“ Internet-Tricks, die nicht funktionieren:

Viele Chefs würden gerne Bargeld auf der Weihnachtsfeier verschenken und das den Mitarbeitern irgendwie steuerfrei oder steuergünstig zukommen
lassen. Da kursieren im Internet und bei You Tube einige Tipps, die allerdings nicht funktionieren.

Tombola, bei der jeder etwas gewinnt: Das wird nicht anerkannt. Es gab einmal ein Gerichtsurteil, in dem die Tombola-Verlosung anerkannt wurde. Allerdings gab es da nur eine Trefferquote von 50 Prozent. Es durften nur Mitarbeiter teilnehmen, die persönlich auf der Feier erschienen (FG Münster, 07.10.03, EFG 04, 203). Unsere Meinung: So etwas (eine Gewinnquote von 50 Prozent) sorgt für Frust bei denjenigen, die leer ausgehen.

Der Goldmünzen-Trick: Hier sollen Sie Goldmünzen als „Sache“ deklarieren, mit dem Hintergedanken, dass jeder die Münzen dann am nächsten Tag in der Bank wieder in Bargeld zurücktauschen kann. Auch das akzeptiert das Finanzamt nicht. (BFH, 07.11.06, Az. VI R 58/04, BStBl II 07, 128)

Hier einige Tipps, die funktionieren:


Falls Sie die Coronaprämie (maximal 1.500 Euro im Zeitraum März 2020 bis März 2022) noch nicht ausgeschöpft haben, können Sie die natürlich auch in bar auf der Weihnachtsfeier auszahlen. Lassen Sie sich aber zur Sicherheit eine entsprechende Quittung ausstellen: „Folgende Beihilfen und Unterstützungen habe ich zur Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Coronakrise erhalten (Name, Datum, Unterschrift).”

Ebenfalls möglich - sofern noch nicht ausgeschöpft: Der Klassiker „Erholungsbeihilfe“. Hier ist allerdings das Problem, dass sie auf 156 Euro beschränkt ist, wenn jeder das Gleiche bekommen soll. Denn Zuschläge sind nur möglich für Verheiratete (104 Euro) und Mitarbeiter mit Kindern (52 Euro je Kind). Es fallen 25 Pauschalsteuer und keine Sozialabgaben an.

Sachgeschenke: Die Weihnachtsfeier ist eigentlich eine relativ günstige Möglichkeit, diese an den Mann zu bringen, denn sie werden zum Wert der Feier dazu addiert, und dann wird alles mit 25 Prozent pauschal versteuert ohne Sozialabgaben.

IPhone Computer, Tablet und Co.: Dafür gibt es eine Extravorschrift, die die Pauschalversteuerung solcher Geschenke mit 25 Prozent erlaubt. Und sie zählen dann nicht(!) zum Wert der Weihnachtsfeier dazu. Problem: So ein Gerät kann nicht jeder gebrauchen.

Ihre Feier fällt aus wegen Corona? Dann sind Geschenke auf der Weihnachtsfeier oder Tombolas natürlich nicht möglich. Sehr wohl aber Coronaprämien, Erholungsbeihilfe oder Computer.


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